Jahresrückblick Gründungsjahr 2011

Ein wahrlich aufregendes Jahr liegt hinter uns.

Nach einer wissenschaftlichen Vorarbeitsphase von ca. vier Jahren und der Bewilligung des Vorhabens durch das BMWi-EXIST-Gründerstipendium (ab 11/2010) haben wir in zwölf Monaten eine Software entwickelt, als Alpha-Software getestet und in der Rechtsform der GmbH zur ersten Marktreife geführt.

 

Präsentation zum Gründerstipendium

Die  Aufgabenfelder des Gründungsjahres lassen sich in sechs Bereiche einteilen, die sich gegenseitig durchdringen:

 

 

Die sechs Geschäftsbereiche der Feldpartitur GmbH

 

  • Die Entwicklung (November 2010 – März 2011) und Testphase (März 2011-Mai 2011) der SaaS-Software mit insgesamt 16 ProjektpartnerInnen  aus Deutschland, Österreich, Schweiz (Produktlinie 1)
  • Der Aufbau des Schulungskonzeptes (Produktlinie 2) für Forschende im universitären Bereich
  • Der Ausbau der Servicelinie (Produktlinie 3) – Transkriptionsservice für alle jene, die die Software nicht kaufen und auch nicht lernen wollen, damit umzugehen
  • Die Durchführung der Managementaufgabe, die im Teamaufbau, im Verfassen und Durchführen eines Businessplanes und der Sicherung der Finanzierung liegt
  • Die Entwicklung und Durchführung geeigneter online- und offline-Marketingstrategien sowie
  • die Erstellung von Publikationen des Konzepts “multikodale Transkription von Videodaten”

Spannend: Der erfolgreiche Abnahme des ersten Softwarepakets

Der aufregendste Augenblick liegt sicherlich gleich zu Beginn des Jahres, im Februar 2011, im ersten Start der Software Feldpartitur in einem internen private cloud server.

Gemeinsam mit den drei Geschäftsführern der attentra GmbH (Herr Vollrath, Herr Walter und Herr Loy) verläuft  die offizielle Abnahme der ersten Softwarepakets  “Feldpartitur basic” in den Räumlichkeiten des jungen Einzelunternehmens mit nur wenigen  Anlaufschwierigkeiten.  Alles funktioniert: das automatische Konvertieren der Videos in die compute cloud, die automatische Erstellung der frame-line (Einzelbilder) und die Generierung einer flexibel zu gestaltenden Partitur in Form eines Editors. Sogar das highlight des sog. “Partitur-Players” funktioniert ohne Einschränkungen: In einer bewegten Animation lässt sich das Strukturbild einer fertig gestellten Feldpartitur-Transkription überblickend betrachten und erlaubt so eine schnelle Orientierung über die eigenen Daten. Nach intensiven Arbeitswochen, die durch gemeinsame Sitzungen, Erstellung und Überarbeitung der Lasten- und Pflichtenhefte sowie Erprobung unterschiedlicher Software-Funktionen auch gemeinsam mit den ProjektpartnerInnen geprägt waren, wird das Software-Konzept feierlich und bei guter Laune beschlossen. Der Mentor des Projekts, Prof. Niesyto, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, skizziert gemeinsam mit dem damals noch als Einzelunternehmen geführten Unternehmen Feldpartitur ein erstes Konzept für die Lehre.

Die Software ist vielseitig, flexibel und methodenneutral

Als “all-inclusive”-System präsentiert sich das Konzept nach intensiver Testphase bereits im Mai 2011 vielseitig, flexibel und vor allem methodenneutral, das bedeutet: Die Software greift bestehende Transkriptions-Konventionen und -Traditionen der Community auf, und bündelt diese in einer Software. Forschende wählen wie aus einem “Baukastensystem” nur die für sie passenden Funktionen aus. Sie können flexibel das Design der eigenen Feldpartitur während des Forschens wählen und verändern, wenn dies notwendig ist. Dieses Konzept erscheint besonders wichtig, da der forschende Blick allein durch die Forschungsfrage fokussiert, und nicht etwa durch den Mangel von Softwarefunktionen eingeengt werden soll. So sind etwa eher hermeneutisch orientierte Forschende von den Text-Editoren angetan, quantitativ Forschende nutzen eher visuelle Symbole aus der Icon-Bibliothek und qualitative ForscherInnen bedienen sich der Codescript-Funktion. Explorativ Forschende wählen dahingegen zunächst semantisch unbestimmte Symbole (wie z.B. das Icon “Lichtblick”, um allmählich in einem zyklischen Forschungsprozess die eigenen Beobachtungen begrifflich zu präszisieren.

Besonders komfortabel ist die Software durch die cloud-computing-Technologie: für die Zeit während der Transkription nutzen die Forschenden für die zu transkribierenden Videoschnitte eine SSL-geschützte Internetverbindung zur Erstellung der eigenen Transkriptionen im Rahmen einer SaaS-Software (Software as a Service).

Der Export der Daten in gängige Tabellenkalkulations- und Auswertungssoftware gelingt im Mai über die Dateiformate xlsx, pdf und verschiedene Bild-Formate und ist somit als Daten- oder Transkriptgrundlage für die wichtigsten Analyse- und Auswertungssoftwaren geeignet.

 

Beispiel einer Transkription mit Feldpartitur

 

Das Team wächst

Erfreulicherweise gesellt sich, ebenfalls im Mai 2011, Frau Dipl.-ing. Ulrike Guse und etwas später, im Oktober 2011, die angehende Kommunikationswissenschaftlerin Frau Stefanie Lenze ins Kernteam der Feldpartitur GmbH. Gemeinsam mit beiden werden –  parallel zu den Beta-Softwaretest  -  die Marketingstrategien auf zwei Konzeptsäulen entwickelt.

Übersicht über die Planung der Marketingstrategie

 

Da es sich um ein cloud-computing-System handelt, ist natürlich das online-Vertriebskonzept auf der Basis eines Kreditkartenverfahrens von Wichtigkeit. Die enge Kooperation mit dem MyKoWi-Netzwerk, die Präsenz in Facebook, twitter, XING! und Google+ sowie der Aufbau eines Kreditkarten-Payment-Verfahrens ist eine Herausforderung, die sukzessive im dritten Jahresquartal umgesetzt wird.

 

Besondere Freude machte die Zusammenarbeit mit der Fa. bzweic aus Kirchheim/Teck. Das junge, sympathische und hochkompetente zehnköpfige Team der Firma zeigte großes Engagement und Kreativität bei der Erstellung der Firmen-Homepage und des Firmenlogos.

Screenshots der Website und des Blogs

Neben den online-Aktivitäten ist die  Präsenz offline notwendig, um  Forschenden die life-Präsentation der Software direkt am eigenen Laptop und das selbsttätige Erproben der innovativen Software auf Tagungen und im Rahmen geeigneter Messestände zu ermöglichen. Die Feldpartitur GmbH ist präsent auf den wichtigsten Forschungsmethodentreffen im deutschsprachigen Raum (Veranstaltungen).

Präsenz der Feldpartitur GmbH auf Tagungen und Messen

 

Am Ende des Jahres blicken wir zurück, und wir finden: Die inhaltliche Bilanz des Jahres 2011 lässt sich sehen (Stand 19.Dezember 2011):

  • -sieben Monate nach Markteintritt nutzen 22 Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Software Feldpartitur im Rahmen von Forschungsprojekten oder Pomotionsprojekten oder in der Lehre
  • Die Feldpartitur-Software weist erste Schnittstellen zu den marktführenden Tabellenkalkulations- und Auswertungssoftwaren auf
  • Die ersten Buch- und Fachpublkationen aus dem eigenen Haus sind erschienen, und es schreiben bereits andere ForscherInnen über Feldpartitur (Publikationen)
  • Die Feldpartitur-Homepage wird im GAIS des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) und bei audiotranskription GmbH aufgeführt

Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate

Wir finden: die Anstrengung hat sich gelohnt, und darum machen wir weiter. Einiges haben wir schon auf den Weg gebracht:

  • Ein Sammelband mit dem Titel “Videotranskription in der Qualitativen Sozialforschung: multidisziplinäre Annäherungen an einen komplexen Datentypus” ist bereits in Vorbereitung. Er umfasst vier Teile: Historische, methodologische, methodische und datenschutzrechtliche Aspekte rund um die  Thematik der bislang noch verhältnismäßig selten reflektierten Videotranskription. Erfreulicherweise wird erneut der renommierte VS-Verlag die Herausgabe übernehmen. Das CfP ist ausgeschrieben noch bis 30.1.2012.
  • Das Pflichtenheft für die Weiterentwicklung, die zunächst einmal die Bedienungsfreundlichkeit betreffen sowie einige erweiterte kleine Softwarefunktionen beinhalten, ist auf der Basis der vielfältigen Rückmeldungen der Anwenderinnen im Rahmen der web 2.0-Community erstellt. Aber wir waren natürlich gewohnt kreativ: es wird neue Tools geben, die die Funktionsweise der Software erweitern.
  • Das Buch Feldpartitur. Multikodale Transkription von Videodaten wird in englischer Sprache als online-Publikation veröffentlicht werden
  • Im Rahmen der Best-Practice-Aktion werden in den kommenden Monaten sukzessive weitere Anwendungsbeispiele auf unseren Seiten veröffentlicht
  • … und wir sind dabei, eine Überraschung vorzubereiten, die wir aber noch nicht veröffentlichen dürfen. Bleiben Sie also unbedingt gespannt, liken Sie uns auf den buttons am Ende dieser Seite auf Facebook und/oder twitter, damit Sie alle Nachrichten stets aktuell und direkt erhalten.

 

Wir, das Team der Feldpartitur GmbH möchten uns am Ende unseres Gründungsjahres bei allen unseren KundInnen, Freunden und Förderern, Unterstützern, Zulieferern und vor allem auch allen BeraterInnen aufs Herzlichste für die konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachtsfeiertage, alles Gute für das kommende Jahr und hoffen, Ihnen auch weiterhin stets und jederzeit mit unseren Dienstleistungen behilflich sein zu dürfen.

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