CfP: Sammelband Transkription von Videodaten

CfP: Transkription von Videodaten in der Qualitativen Sozialforschung: multidisziplinäre Annäherungen an einen komplexen Datentypus. Wiesbaden: VS-Verlag (2012).


Während im Bereich der Audioaufzeichnung die Erstellung einer Transkription als Grundlage für Auswertungsprozesse Usus geworden ist, zählt die Frage der Transkription von Videoaufzeichnungen noch immer zu den Herausforderungen in der Qualitativen Sozialforschung. Das vielfach beschriebene Problem der Erfassung von Sukzessivität und Simultaneität wird mithilfe diagrammatischer Notationsweisen in Form von Partituren gelöst. Diese Partiturschreibweisen (computerunterstützt, manuell erstellt oder durch Kombination unterschiedlicher Verfahren gewonnen) verblieben innerhalb der letzten Jahrzehnte im deutschsprachigen Raum in vielen Fällen im Stadium des Experiments. Der Sammelband enthält daher im Zuge forschungshistorischer Aspekte (TEIL I) zunächst Ausführungen auf der Basis von internationalen Literaturrecherchen zur multikodalen Transkription von Videodaten.

Einen weiteren Teil des Sammelbandes umkreisen forschungsmethodologische Aspekte (TEIL II). Während die Erfassung sprechsprachlicher Informationen im Video im deutschsprachigen Raum sich auf etablierte Forschungsroutinen beziehen kann, wird nichtsprachliche, analoge Information im Video in Ansätzen mittels notifizierender und/oder codifizierender Prozesse erfasst. Die Definition und die Auswahl von Subskriptionszeichen in einer Partitur werfen auf der einen Seite empirisch-methodologische, auf der anderen Seite zeichentheoretische Probleme zur Kommunizierbarkeit von Videotranskriptionen innerhalb der Community auf. Der Sammelband enthält aus unterschiedlichen Methodologien grundlegende Überlegungen zu einem Umgang mit der Multikodalität des Datentypus Video in der Sozialforschung.

Die Darstellung angewandter Forschungspraxis stellt im Zuge der multidisziplinären forschungsmethodischen Perspektive (TEIL III) des Sammelbandes den umfangreichsten Teil des Bandes dar. Denn Videomaterial berücksichtigende Forschungsmethoden in den Qualitativen Sozialwissenschaften bedienen sich entsprechend des Erkenntnisinteresses unterschiedlicher Forschungsmethoden. Neben den eher klassischen Ansätzen aus Kommunikations- und Medienwissenschaften, Soziologie, Bildungs- und Kulturwissenschaften soll der multidisziplinäre Austausch durch Arbeiten aus der Tanz-, Musik- und Filmanalyse, Filmproduktion (Drehbuch, Storyboard) sowie der Thematik audiovisueller Wissensvermittlung im Rahmen einer zunehmend sich ausbreitenden web 2.0-Kultur erweitert werden.

Zuletzt wird die Frage personen- und datenschutzrechtlicher Aspekte (TEIL IV) tangiert, da die Arbeit mit Videomaterial (insbesondere der Kategorie Verhaltensbeobachtung) in vielen Fällen die Frage nach den Rechten der videografierten Erforschten und der Daten selbst eröffnet. Im Prozess der Datenerhebung und –Auswertung sind darüberhinaus – insbesondere in einer zunehmend netzbasierten Arbeitsweise der Forschenden – die schutzrechtlichen Risiken im Umgang (Versendung von Daten, Archivierung, Veröffentlichung) mit visuellen und auditiven Datenmaterialien videografierter Feldpersonen von Bedeutung.

 

Der Sammelband wird im VS-Verlag unter dem oben genannten Titel erscheinen (Arbeitstitel).
Falls Sie Interesse haben, einen Beitrag zur Thematik Transkription von Videodaten zu verfassen, bitten wir Sie um die Zusendung eines Exposees (max 2000 Zeichen) bis 31.1.2012 (Projekt/Projektleitung/MitarbeiterInnen, Titel/Untertitel, Forschungsfrage/Erkenntnisinteresse, Forschungsmethode,  (vorläufige) Ergebnisse, nach Möglichkeit Abbildung (gerne als Anhang beifügen), Literatur). Bitte senden  Sie das Exposee direkt an die verantwortliche Herausgeberin Dr. Christine Moritz unter der Mailadresse moritz@feldpartitur.de. Das endgültige Manuskript soll bis 30.4.2012 fertig gestellt und anschließend zügig redigiert werden.

 

 

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